Leo, ein junger Astronom, der sein Leben lang die Sterne von einem kleinen Observatorium aus beobachtet hatte, träumte von etwas mehr. Eines Nachts, als ein seltsamer, pulsierender Stern über den Himmel zog, hörte er ein sanftes Summen. Es kam nicht von den Instrumenten, sondern aus seinem eigenen Herzen. Er folgte dem Ruf, trat vor sein Teleskop und berührte das Glas. Plötzlich wurde er von einem Wirbel aus Licht verschlungen.
Er fand sich in einem Raum wieder, der aus schimmerndem Sternenstaub gewebt war. Eine sanfte, melodische Stimme erklang: "Willkommen zum Tanz, Leo." Vor ihm erschien eine Gestalt aus fließendem Licht – eine Sternengeistin namens Lyra. Sie streckte eine Hand aus. "Das Universum atmet im Rhythmus. Willst du seinen Herzschlag spüren?"
Ohne zu zögern, nahm Leo ihre Hand. Sie führte ihn in einen Walzer über die Ringe des Saturn, wo Eiskristalle wie Glitzer um sie herumwirbelten. Sie drehten sich durch die roten Nebel des Orion, wo das Licht in einem kosmischen Tango flackerte. Sie sprangen von Stern zu Stern, jeder Schritt ein Funke, jeder Drehung eine neue Galaxie. Leo lachte, als er die Schwerkraft vergaß und sich nur noch vom Rhythmus der Pulsare tragen ließ. Er war nicht länger ein Beobachter; er war ein Teil der Musik.
Als die Morgenröte am irdischen Himmel dämmerte, setzte Lyra ihn sanft vor seinem Observatorium ab. Der pulsierende Stern war verschwunden. Leo sah auf seine Hände, die noch ein sanftes, sternenlichtes Leuchten abgaben. Er wusste, er würde nie wieder einfach nur in den Himmel starren. Jetzt, wenn er nachts aufblickte, würde er die Musik hören und in Erinnerung an seinen Tanz mit Lyra leicht mit den Füßen wippen. Das Universum war kein stiller Ort mehr; es war ein Ballsaal, und er war für immer eingeladen.
Lyrics written Kai-Dominik Bertha (ELAG ERFURT)
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